Ich glaube, es heißt charcuelo, obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob dies tatsächlich der genaue Begriff ist. Es handelt sich um eine kleine natürliche Vertiefung im Gelände, in der sich Regenwasser sammelt und einen saisonalen Teich bildet – ein bescheidener, aber lebendiger Ort, der jahrzehntelang Teil der Landschaft und der Erinnerungen vieler Generationen war. Manchmal dachte ich, dass es dort vielleicht irgendeine Art von Quelle oder Wasseraustritt geben könnte, aber ich glaube eigentlich nicht daran.
Als ich klein war, führte dieser Teich praktisch das ganze Jahr über Wasser. Zumindest erinnere ich mich so daran: eine kleine Oase in der Nähe von Vanacloig und El Mas, Gebiete voller Weinberge, Mandel- und Olivenbäume, die sich inzwischen in Hektar bewässerter Felder verwandelt haben. Zwischen der Vegetation kündigten der Schlamm, das Schilf und die Geräusche der Amphibien an, dass dort ein eigenes Ökosystem existierte. Es war einer dieser scheinbar unbedeutenden Orte, die dennoch eine enorme ökologische Bedeutung hatten und für diejenigen von uns, die in seiner Nähe aufgewachsen sind, auch eine gewisse emotionale Bedeutung besaßen.
Mit der Zeit änderte sich alles. Vor einigen Jahren beschloss ‚jemand‚, das Gebiet trockenzulegen und diesen natürlichen Raum durch eine echte Monstrosität aus Zement oder Beton zu ersetzen, die offenbar als Wasserspeicher für Traktoren oder landwirtschaftliche Zwecke dient. Ich erinnere mich noch genau an die Empörung, die ich empfand, als ich es zum ersten Mal sah. Damals – und auch heute noch – erschien mir diese Maßnahme wie ein regelrechtes Umweltverbrechen. Nicht nur eine Naturlandschaft verschwand, sondern auch ein kleiner Lebensraum, der jahrzehntelang als Zuflucht für verschiedene Arten gedient hatte.
Und das war keineswegs nur ein subjektiver oder sentimentaler Eindruck. Der Ort war von Biologen und Naturforschern untersucht worden, weil dort Kröten lebten, genauer gesagt Exemplare einer geschützten Art. Auf dieser Seite wird genau auf diesen Lebensraum Bezug genommen, und es erscheint sogar ein Foto des charcuelo aus den 1990er Jahren, das außerdem als Grundlage für das Titelbild dieses Artikels diente. Dort heißt es: „Geschützte Art“ im Valencianischen Katalog bedrohter Tierarten (Dekret 265/1994). Die in den valencianischen Gebieten vorkommende Erdkröte gehört zur Unterart Bufo bufo spinosus Daudin, 1803.

Dieser Teich war nicht einfach nur eine Pfütze mit stehendem Wasser. Er war ein Fortpflanzungsort für Amphibien, ein Zufluchtsort für Insekten, Vögel und kleine Tiere und diente außerdem gelegentlich als Tränke für Füchse und Wildschweine. Er war ein Beispiel dafür, wie selbst die bescheidensten Ökosysteme eine enorme ökologische Bedeutung haben können. Solche Orte bleiben oft unbemerkt, bis sie verschwinden – und dann ist es bereits zu spät, um das Verlorene zurückzuholen.
Glücklicherweise besitzt die Natur eine erstaunliche Fähigkeit zur Regeneration. Heute scheint es so zu sein, dass sich das Charcuelo in besonders regenreichen Jahren teilweise erholt und sich erneut mit Wasser füllt. Wenn das geschieht, wird die Betonmonstrosität vom Wasser umgeben und überschwemmt, fast so, als würde die Landschaft versuchen, den Raum zurückzuerobern, der ihr schon immer gehörte. Dann ähnelt der Ort – wenn auch nur für eine gewisse Zeit – wieder ein wenig der natürlichen Ecke, an die sich viele von uns erinnern.

